Seiteninhalt:

Aktuelle Meldung

Sonntag 13. Dezember 2009

Menschen mit Behinderung sind Kämpfernaturen

Von: Memminger Kurier

JobErfolg« würdigt soziales Engagement von Behörden und Betrieben

Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger erhält eine Urkunde für die Stadt Memmingen von der bayerischen Behindertenbeauftragte Irmgard Badura

Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger erhält eine Urkunde für die Stadt Memmingen von der bayerischen Behindertenbeauftragte Irmgard Badura

Irmgard Badura und die Behindertenbeauftragte der Stadt Memmingen, Heidi Dintel, begrüssen die Gäste, im Hintergrund die "Blinden Musiker" aus München

Irmgard Badura und die Behindertenbeauftragte der Stadt Memmingen, Heidi Dintel, begrüssen die Gäste, im Hintergrund die "Blinden Musiker" aus München

Dr. Holzinger überreicht der Landtagspräsidentin Barbara Stamm ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk

Dr. Holzinger überreicht der Landtagspräsidentin Barbara Stamm ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk

Neben den Blinden Musikern sorgte auch die Veehharfengruppe der Unterallgäuer Werkstätten für die musikalische Umrahmung

Neben den Blinden Musikern sorgte auch die Veehharfengruppe der Unterallgäuer Werkstätten für die musikalische Umrahmung

Zum Schluß ein Gruppenfoto auf der Bühne

Zum Schluß ein Gruppenfoto auf der Bühne

Memmingen (evh) Am 3. Dezember wurde in Memmingen anlässlich des »Welttages für Menschen mit Behinderung« der Integrationspreis »JobErfolg2009« verliehen. Mit der Auszeichnung wird das soziale Engagement von Behörden und Betrieben gewürdigt, die Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt integrieren.

Wirtschaftkrise, Auftragsrückgänge und Zwangsentlassungen wirken sich auch und besonders auf Menschen mit Behinderung aus. Innerhalb eines Jahres nahm die Arbeitslosenquote bei behinderten Menschen um 13 Prozent zu, ein enormer Anstieg und ein erschreckender Wert.
»Behinderte Menschen sind in besonderem Maße von Arbeitslosigkeit betroffen«, so der Bayerische Staatssekretär für Arbeit und Sozialordnung, Markus Sackmann. Hier gelte es zu helfen und das Thema Arbeit für Menschen mit Behinderung in den Fokus zu rücken.
Die Auszeichnung »JobErfolg« würdigt Unternehmen, die sich in besonderem Maße um die berufliche Integration behinderter Menschen verdient gemacht haben. Bei der Preisverleihung in der Memminger Stadthalle wurde neben zwei privaten Unternehmen und einer öffentlichen Dienststelle auch die Stadt Memmingen ausgezeichnet, die sich seit vielen Jahren um die Einbindung schwerbehinderter Menschen kümmert und regelmäßig Aufträge an Behindertenwerkstätten vergibt.

»Leistungsfähigkeit und die Anstellung von Menschen mit Behinderung stehen nicht im Widerspruch«, so Klaus Förtsch, Geschäftsführer der mit dem »JobErfolg2009« ausgezeichneten Firma Fendt Caravan. Bei dem Wohnwagenhersteller arbeiten Dialysepatienten, Gehörgeschädigte, Menschen mit Gelenkrheuma oder Lähmungen. Dabei wird jedem dieselbe Leistung abverlangt.
»Wir halten alle zusammen und das Arbeitsklima ist wunderbar«, so ein Mitarbeiter von Fendt.

Die Behörde der Stadt Weiden in der Oberpfalz bekam den ersten Preis für den öffentlichen Dienst. In Weiden sind fast 10 Prozent der Arbeitnehmer schwerbehindert. Viele der Angestellten wurden in anderen Betrieben abgelehnt. Auch der kommunale Behindertenbeauftragte von Weiden, Alexander Grundler, hat ein Handicap. Den hohen Stellenwert seiner Arbeit unterstreicht die Tatsache, dass er, im Gegensatz zu vielen anderen städtischen Behindertenbeauftragten, hauptamtlich tätig ist.
»Inklusion ist bei uns kein leerer Begriff, er lebt«, so Grundler.

Der Ehrenpreis von »JobErfolg2009« ging an die gemeinnützige GmbH Spielplatzgeräte Maier in Traunstein. Hier sind 22 der 46 Mitarbeiter behindert und werden entsprechend ihrer ganz persönlichen Leistungsfähigkeit beschäftigt.
»Wir investieren in die wichtigste Ressource, die es gibt, den Menschen«, so Geschäftsführer der GmbH Ingo Mentrup.